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„Wenn du beinahe alles verloren hättest, nimmst du nichts mehr als selbstverständlich hin“, verkündet The Coral-Frontmann James Skelly. „Deshalb ist diese Platte wie ein neuer Anfang. Ich denke, aus diesem Grund ist sie so gut geworden. Wir mussten uns beweisen und sind wieder genauso hungrig wie früher.“
‚Roots & Echoes’ ist ein Album, das uns daran erinnert, was für eine brillante und einzigartige Band The Coral sind. Ihre Songs strotzen vor Wärme und Herzlichkeit, Musikalität und Melodien. Wo frühere Corals-Releases in frenetische Jams abdrifteten, ist diese Platte weniger Beefheart und mehr Bacharach. „Wir sind bessere Songwriter geworden“, findet Skelly. „Deshalb brauchen wir uns nicht mehr hinter abgefahrenen Sachen zu verstecken. Das passte zu uns, als wir anfingen, aber dieses Mal wollten wir die Gewissheit haben, jedes Stück des Albums akustisch spielen und darauf vertrauen zu können, dass es immer noch als guter Song bestehen würde.“
Mit Sicherheit ist ‚Roots & Echoes’ die stärkste, konsequenteste Sammlung von Liedern, die diese Band bisher herausgebracht hat. Vom harmoniegetränkten Northern Soul des Openers ‚Who's Gonna Find Me?’ (zugleich die erste Singleauskoppelung) bis hin zu den verträumten Saiten und Molltönen der letzten Nummer ‚Music At Night’ platzt das Album geradezu aus den Nähten vor schierer Qualität. Das Ergebnis sind Songs voller opulenter Hooks, komplexer Arrangements und üppiger, ohnmächtiger Melodien, abgerundet von Skellys vielschichtiger Stimme. „Wir wollten etwas Zeitloses schaffen. Das ist definitiv unsere gefühlvollste Platte.“
Gleichzeitig ist es ihre offenste. „Wir haben inzwischen ein wenig mehr erlebt“, erklärt Skelly. „Wenn man jung ist, muss man Charaktere erfinden, aber auf diesem Album handelt jedes Stück von unseren eigenen Erfahrungen.“ Als da wären Songs über Skellys Großmutter, Songs darüber, aus der Ferne zu lieben, Songs über den Umgang mit der Einsamkeit, und Songs darüber zu wissen, wann es sich lohnt eine Beziehung zu retten. Es sieht ganz danach aus als ob The Coral nicht nur gut darin sind, Liedchen darüber zu schreiben, wie ihre Freunde zu Zimmerpflanzen mutieren.
Doch Moment mal, was meint er damit, dass The Coral beinahe alles verloren hätten? Nun, gegen Ende der Tour zur vorigen Veröffentlichung, dem 2005 erschienen ‚The Invisible Invasion’, machten sich bedenkliche Risse bemerkbar. Ihr viertes Top 5-Album in weniger als drei Jahren hatte mit ‚In The Morning’ (dem meistgespielten Stück des Jahres im britischen Radio) die bis dato erfolgreichste Single hervorgebracht. Doch die sieben Jungs aus Hoylake hatten längst nicht mehr so viel Spaß am Leben mit The Coral wie dies früher der Fall gewesen war.
“Es war ziemlich hart, als Bill weg war“, erinnert sich Skelly. Gitarrist Bill Ryder-Jones hatte nämlich im Sommer 2005 beschlossen, nicht mehr mit der Band zu reisen, um sich um persönliche Probleme kümmern zu können. The Coral tourten weiter mit einem Kumpel namens Macca an der Gitarre, aber es war nicht dasselbe. „Wenn man einen von uns aus The Coral herausnimmt, sind wir nicht mehr The Coral“, gibt Skelly achselzuckend zu. Immerhin haben wir es hier mit einer Gruppe von Musikern zu tun, die 1996 im zarten Teenageralter zusammenkamen; auf der britischen Musikszene gibt es keine eingeschworenere Combo. Nachdem Bill weg war, waren die anderen einfach nicht mehr glücklich. „Eine Zeitlang hatten wir wirklich keine Freude am Leben“, gibt Skelly zu. „Gegen Ende der letzten Tour waren wir auf dem besten Weg, uns aufzulösen. Es wurde zuviel Gras geraucht, und ich glaube, wir gingen alle ein wenig auf dem Zahnfleisch.“
Vier unglaubliche Jahre lang hatten The Coral die britische Musik mit ihrem aufregenden Mix aus Rock, Country, Psychedelia, Folk und gelegentlichen Shanty-Einlagen oder Kosakenperücken neu erfunden. Ohne je wirklich so auszusehen, wie sie aussehen wollten, hatten sie die Kritiker überwältigt, die Charts gestürmt, Brit-Awards und Mercury-Nominierungen eingesackt, waren um die Welt getourt und hatten zahlreiche hoffnungsvolle neue Bands inspiriert (nicht zuletzt die Arctic Monkeys). Doch nun hatten sich The Coral in eine Sackgasse manövriert. Also kehrten sie zurück nach Hoylake und fingen noch einmal von vorn an.
“Endlich hatten wir Gelegenheit, innezuhalten und uns daran zu erinnern, wer wir sind“, sagt Skelly. „Wenn man auf Tour ist, lebt man kein normales Leben und macht keine normalen Sachen. Wir waren vier Jahre lang ohne nennenswerte Unterbrechung unterwegs gewesen, seit wir sehr jung waren. Also fuhren wir nach Hause und wurden wieder zu normalen Menschen. Nach der Veröffentlichung unserer ersten Single wurden wir plötzlich zur Hauptattraktion. Ich denke, wir mussten einfach mal wieder Underdogs sein.“
Mit weniger Gras und einem erholten Bill zurück an Bord machte die Band das, was sie vor ihrem Plattenvertrag getan hatte: Die sieben verbrachten Ewigkeiten damit, gemeinsam Musik zu machen und neue Songs zu schreiben, einfach nur aus Spaß. Schließlich waren sie dazu bereit, die neuen Stücke aufzunehmen. Allerdings sollte sich dies als nicht ganz unproblematisch erweisen.
“Nirgendwo in Liverpool gibt es das ganze Vintage-Equipment, das wir brauchten“, erklärt Skelly. „Weil wir jedoch sieben Leute sind, ist es so gut wie unmöglich für uns, außerhalb von Liverpool aufzunehmen, weil das zu teuer wäre. Wir gingen mit Ian Broudie außerhalb ins Studio und nahmen zwei Stücke auf, was wirklich toll war, aber es wurde einfach zu kostspielig. Die Situation war schwierig. Und dann meinte Noel, dass wir umsonst in seinem Studio arbeiten dürften.“
’Noel’ ist übrigens Noel Gallagher. Ein bekennender Coral-Fan, der die Band häufig mit Oasis auf Tour genommen hatte. Er bot den Musikern das Wheeler End Studio zur freien Verfügung an. „Er hat das beste Equipment“, schwärmt Skelly. „Oasis waren gerade unterwegs, und er sagte: ‚Warum soll das ganze Zeug hier herumstehen, wenn es niemand benutzt?’. Er ist absolut cool.“
Der Großteil des Albums wurde also in Noels Scheune aufgenommen und von Craig Silvey produziert. „Wir bauten auf, fingen an zu spielen und ließen uns Zeit. So viel wie möglich wurde live eingespielt. Ich habe keine Ahnung, ob andere Bands so arbeiten können, aber wir schließen uns in einem Raum oder auf einer Bühne ein - das ist unschlagbar. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in dieser Stimmung so gut wie die Doors sind.“
Langsam aber stetig ging es voran. „Ich mag es, wenn wir genug Zeit haben, um Fehler zu machen; seit dem ersten Album hatten wir nicht so viel Zeit für Aufnahmen“, sagt Skelly. „Ich glaube das ist ein wichtiger Faktor, warum alles so gut zusammenpasst. Im Studio waren wir alle entspannt und auf derselben Wellenlänge, wie wir es seit unseren Anfangstagen nicht mehr waren. Der einzige Unterschied besteht darin, dass wir heute viel bessere Musiker sind.“
Es scheint albern, den Begriff „reif“ zu verwenden für eine Band, deren ältestes Mitglied Skelly gerade einmal 26 Jahre alt ist, aber es besteht kein Zweifel daran, dass The Coral auf ‚Roots & Echoes’ älter
und weiser klingen. Nicht auf angestaubte Weise, sondern eher so als ob sie gerade vom Rand eines Abgrunds zurückgekehrt wären und unterwegs ein paar schwierige Lektionen gelernt hätten. Jetzt haben sie die Platte aufgenommen, zu der sie schon immer ganz offensichtlich das Potenzial hatten, und können es kaum erwarten, in die Welt hinauszuziehen um sie ihrem Publikum vorzustellen.
„Dieses Mal sind wir bereit, Spaß zu haben“, verspricht Skelly. „Jetzt dreht sich für uns alles um die Zukunft. Wir fühlen uns wie eine neue Band, und ich bin davon überzeugt, dass wir eine tolle Platte aufgenommen haben. Ehrlich gesagt bin ich begeistert." Chris Salmon, Mai 2007
The Coral “Roots & Echoes” - VÖ: 31.08.07 CD & Vinyl – Deltasonic, RED INK, rough trade
Kat-Nr: 88697120792 (Album) - Barcode: 886971207927 - www.thecoral.de - www.thecoral.co.uk
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